Dream a little dream

Silber - Das erste Buch der Träume: Roman - Kerstin Gier

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil... Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf die selbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich - noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht - ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat - wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen... (FJB)

 

Nachdem ich eines Abends die ersten 50 Seiten gelesen und gleich ein paar Mal einen Kicheranfall bekommen hatte, konnte das Buch eigentlich nur gut weitergehen - und so war es dann auch. Dadurch dass die Geschichte eher locker geschrieben ist, fliegen die Seiten nur so dahin. Erzählt wird aus der Perspektive von Liv, deren Gedankengänge eigentlich immer in irgendeiner Form unterhaltsam sind und sie zu einer sympathischen Protagonistin machen. Nicht, dass das Buch aber nur lustig wäre. Es ist eine merkwürdige Kombination aus Spannung, Fantasy, Humor und Romantik, die Kerstin Gier so anschaulich zu beschreiben weiß, dass die ersten paar Seiten einen gleich in ihren Bann ziehen. Die Liebesgeschichte ist ziemlich offensichtlich, aber nicht verkitscht, sodass sich dieser Part sehr angenehm in die Story einfügt, ohne aufdringlich zu wirken oder den eigentlichen Fokus (der ja auf den Träumen liegt) zu verlieren. Sehr gelungen waren meiner Meinung auch die total falschen Latein-Übersetzungen von Liv, die ich im Geiste immer genauso falsch übersetzt habe, aber lest am besten selbst, dann wisst ihr was ich meine.

Auf den zweiten Teil freue ich mich schon total, denn es sind noch so einige offene Fragen zu klären. (Und zwar genau die, die Kerstin Gier in ihrem Nachwort nochmal auflistet. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe beim Lesen manchmal das Gefühl, dass ich gerade über eine Sache nachdenke, die vielleicht gar nicht jedem Leser auffällt - und am Ende stellt man dann doch fest, dass die allwissende Autorin natürlich von Anfang an wollte, dass man genau darüber nachdenkt. Hmpf! Da sieht man mal wieder, dass in einem Buch nichts nur aus Zufall steht...)

 

"'Ist Liv die Abkürzung für Livetta oder Carlivonia?'
Wie bitte? Wollte sie mich verarschen? Niemand auf der Welt hieß Livetta oder Carlivonia, oder? Andererseits - sie selbst hieß Persephone."

(S. 28)