Endlich ist es vorbei!

Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen - Selma Lagerlöf

So herrlich verspielt, so wunderbar einfallsreich kann ein Schulbuch sein! Als die spätere Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf 1901 den Auftrag erhielt, ein Lesebuch für den Unterricht an schwedischen Schulen zu schreiben, erfand sie kurzerhand die weltberühmte Geschichte des aufmüpfig-frechen Nils Holgersson: Zur Strafe für einen bösen Streich in ein Wichtelmännchen verwandelt, schließt er sich auf dem Rücken des zahmen Gänserichs Martin einer Gruppe von Wildgänsen an, und nach zahlreichen Abenteuern winkt ihm das Glück wahrer Freundschaft. (Anaconda)

 

Auch wenn ich es selbst noch nicht so ganz glauben kann: Dieses Buch war größtenteils wirklich eine Qual beim Lesen! Ich war schon verwundert, dass ein so dickes Werk (fast 700 Seiten) ursprünglich als Schulbuch geschrieben wurde, denn wer liest solche Wälzer in der Schule? Aber ich dachte mir: Dicke Bücher sind für dich doch kein Problem! Hm, dieses hier offensichtlich schon...

Wenn man nur die ersten sowie die letzten beiden Kapitel liest, reicht das eigentlich schon aus, um über die Handlung im Bilde zu sein. Dazwischen befinden sich gut 600 Seiten Landschaftsbeschreibungen inklusive Lobhudelei über jedes noch so winzige skandinavische Dorf und 'Abenteuer' à la 'Ich-rette-viele-Tiere-und-habe-schnell-ganz-viele-Freunde'.

Eine Freundin von mir hat Nils Holgersson in der Fernsehserie geliebt und das Buch nach weniger als einem Drittel abgebrochen. Ich wollte mir dennoch ein vollständiges Bild von der Geschichte machen und habe mich bis zum bitteren Ende durchgekämpft. Leider muss ich sagen, es hat sich nicht gelohnt! Ab und an gibt es mal Stellen, an denen man denkt: Oh, jetzt könnte es ansatzweise spannend werden - aber nein, man wird immer wieder enttäuscht. Mein Fazit: Lasst die Finger von diesem Buch, es ist der Gipfel an Langeweile!