Weniger wäre manchmal eben doch mehr

Das Zeichen der Athene  - Rick Riordan, Gabriele Haefs

Sieben Halbgötter werden den Olymp vor dem Untergang bewahren - so sagt es die alte Prophezeiung. Als Annabeth und Percy zusammen mit ihren neuen Freunden wieder aufeinandertreffen, scheinen sich die sieben endlich gefunden zu haben. Mit ihrem Schiff, der Argo II, machen sie sich auf den Weg nach Rom. Aber können sie die alte Feindschaft zwischen den Nachkommen der griechischen und römischen Götter überwinden?

Und Annabeth hat noch eine eigene Mission zu erfüllen: Sie soll dem Zeichen der Athene folgen. Aber was ist das und wohin wird es sie führen? (Carlsen)

 

Gaia, die Erdgöttin, ist dabei sich zu erheben. Mithilfe ihrer Kinder, der Giganten, will sie die Welt unter ihre Herrschaft bringen und den Olymp ins Chaos stürzen. Das Schicksal aller liegt nun in den Händen von sieben Helden - doch erst wenn die Tore des Todes geschlossen sind, kann das Böse endgültig in die Tiefen des Tartarus verbannt werden.

Zum ersten Mal treffen alle Halbgötter aus der Prophezeiung der Sieben aufeinander. Kaum vereint, müssen sie überstürzt aus Camp Jupiter fliehen, denn ein von ihrem Schiff ausgehender Angriff ist für die Camp-Bewohner eine klare Kriegserklärung. Sofort steht fest: Die Reise geht in die Alte Welt nach Rom, wo es für Halbgötter von Gefahren nur so wimmelt. Dort hoffen sie Nico di Angelo zu finden, der auf seiner Mission, die Tore des Todes zu suchen, von zwei Riesen entführt wurde. Die sieben müssen lernen als Team zu arbeiten, doch Annabeth hat noch eine weitere Aufgabe zu erfüllen: Sie allein muss dem Zeichen ihrer Mutter Athene folgen, bis sie am Ende ihren schlimmsten Ängsten gegenübersteht.

 

"Zu viele Köche verderben den Brei." Das trifft nicht nur zu, wenn die Verwandten zu fünft versuchen, dem Weihnachtsessen die ganz eigene Note aufzudrücken, nein, auch das dritte Abenteuer der Helden des Olymp muss sich mit diesem Vorwurf konfrontiert sehen. Hier das Problem in Kurzfassung:

7 Helden + 1 kampfsportbesessener Satyr = mindestens vier Protagonisten zu viel

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass alle ein Stückchen vom Weltrettungskuchen abhaben wollen. Aber es hätte der Geschichte wirklich gut getan, sich auf ein paar Charaktere zu konzentrieren, statt alle häppchenweise miteinzuflechten. Ein weiteres Manko: Monsterangriffe. An und für sich eine spannende Angelegenheit, aber spätestens wenn die Geschichte nur noch aus Monsterangriffen besteht, ist irgendwas faul. So aber gehen drei Leute hierhin, drei dorthin, zwei bewachen das Schiff, jede Gruppe wird von fiesen Gegnern angegriffen, alle retten sich auf das Schiff, welches dann nochmal von allen gemeinsam verteidigt werden muss - und das in Dauerschleife. So jedenfalls kommt es einem beim Lesen vor. Da bleibt zwischendurch keine Zeit für ruhige Momente, die selbst die aufregendste Story mal braucht.

 

Oh man, das klingt jetzt alles irgendwie ziemlich negativ. Aber schlecht war es sowas von überhaupt nicht! Spannung pur ist angesagt (auch wenn Rick Riordan es hier und da ein bisschen zu gut gemeint hat) und nach den 1131 Seiten der Vorgängerbände sind auch Percy und Annabeth endlich wieder vereint, da macht es gleich doppelt Spaß zu lesen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die beiden im Vergleich zu ihren Mitstreitern 5 Bücher Vorsprung haben, um mit dem Leser eine Beziehung aufzubauen - jedenfalls waren die Szenen, in denen einer der beiden vorkam immer irgendwie 'besser' als jene, wo keiner von ihnen auftauchte. Ein tolles Extra ist außerdem die Bonusgeschichte am Schluss, in der Percy Jackson auf Carter Kane (aus den Kane-Chroniken) trifft. Solche Crossover-Abenteuer finde ich immer total klasse. Am liebsten hätte ich gleich mit Teil vier weitergemacht, denn dieser Cliffhanger am Ende (und das meine ich wörtlich) ist wirklich *grrr* - auf jeden Fall will man am liebsten sofort wissen wie es weitergeht. Aber bis dahin dauert es noch ein Weilchen.

 

"Die Tochter der Weisheit geht allein,

Athenes Zeichen in Rom brennt sich ein.

Engelsodem die Zwillinge aushauchen,

um die Schlüssel zum ewigen Tod zu gebrauchen.

Der Fluch der Giganten steht golden und bleich,

in Schmerz gewonnen aus gewebtem Reich."