Minimaler Aufwärtstrend

Das Labyrinth jagt dich - Rainer Wekwerth

Fünf Jugendliche. Sie haben gekämpft, sich gequält und zwei Welten durchquert, um die rettenden Tore zu erreichen. Und wieder stellt sie das Labyrinth vor unmenschliche Herausforderungen, denn auch in der neuen Welt ist nichts, wie sie es kannten. Sie sind allein mit ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten, ihren Albträumen. Neue Gefahren erwarten sie, aber letztendlich entpuppt sich etwas Unerwartetes als ihr größtes Hindernis: die Liebe. Jeder von ihnen mag bereit sein, durch die Hölle zu gehen, doch wer würde das eigene Leben für seine Liebe opfern? (Arena)

 

Puh, ehrlich gesagt finde ich es momentan etwas schwierig, meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen, weil vieles auf einem persönlichen, etwas diffusen Gefühl beruht, aber ich will es dennoch versuchen.

Sprachlich bin ich hin- und hergerissen. Es gibt Abschnitte, die man einfach so runterlesen kann, und solche, in denen ich jeden dritten Satz doppelt lesen muss, weil er in meinen Augen merkwürdig formuliert ist. Oft sind das sehr kurze Sätze, Gedanken einer Person, die für mich irgendwie seltsam klingen - aber das ist eine rein persönliche Empfindung, es muss ja nicht jedem so gehen.

Was die Handlung betrifft nähert sich dieser Teil schon eher meinem Verständnis eines Labyrinths, vor allem die dritte Welt, die die Jugendlichen meistern müssen. Es gibt auch immer wieder Stellen, die mich dann kurzzeitig zu fesseln wissen, weil ein gewisses Maß an Spannung erzeugt wird - etwas, das mir im ersten Teil fast komplett gefehlt hat. Aber auch hier sind diese Abschnitte nicht im Übermaß vorhanden. Grund dafür ist vielleicht auch die Tatsache, dass es keinen Charakter gibt, der mir zu 100 Prozent sympathisch ist und mit dem ich mitfiebern könnte oder wollte. Jeder hat zwar so seine dunkle Vergangenheit, die ihm eine persönliche Note verleihen soll, aber da eben alle diesen Aspekt gemeinsam haben, ist auch das kein hervorstechendes Merkmal.

Zudem habe ich oft das Gefühl, dass über lange Strecken hinweg gar nichts passiert, sondern jeder nur seinen immer gleichen Gedanken nachhängt und die wiederholen sich und wiederholen sich und wiederholen sich...

 

Alles in allem gibt es von mir ein halbes Sternchen mehr als für den ersten Teil, das aber auch nur, weil die Spannung sich minimal erhöht hat. Um das Ruder noch herumzureißen muss der dritte Band richtig bombig sein, allerdings habe ich so meine Zweifel. Wir werden sehen, wohin die Reise geht und vor allem, was letztendlich hinter dem ganzen Labyrinth steckt, denn darauf gab es (bis auf einen winzigen Absatz, der sich aber auch auf etwas anderes beziehen könnte), noch immer keinen Hinweis...