Aller guten Dinge sind drei

Seelen - Stephenie Meyer

Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in menschlichen Körpern ein und übernehmen sie vollständig. Nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Einer dieser Menschen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat. Bis sie sich in Ian verliebt... (Carlsen)

 

Dieses Buch und ich haben einen sehr schwierigen Start gehabt. Als ich vor einigen Jahren anfing, es zu lesen, hat es mir überhaupt nicht gefallen und ich habe die Lektüre relativ schnell abgebrochen. Irgendwann packte es mich dann aber doch und ich sagte mir: Probier's doch einfach nochmal aus! Dieser zweite Versuch hätte nicht besser laufen können, denn ich las das Buch in einem Rutsch durch und war danach richtiggehend euphorisch. Jetzt also Anlauf Nummer drei, um meine Erinnerungslücken zu füllen, bevor im nächsten Monat die Verfilmung ins Kino kommt.

Als ich den ersten Trailer sah, war ich überrascht, wie viele der Actionszenen aus dem Buch ich vergessen hatte. Jetzt weiß ich: So viele wie dort zu sehen sind, gibt es auch eigentlich gar nicht. Die Geschichte ist aus Wandas Perspektive geschrieben und der Fokus liegt weniger auf einer komplexen Handlung als vielmehr auf dem inneren Konflikt, den Wanda und Melanie miteinander austragen. Sehr lange und sehr ausführlich lauscht man ihren Gedanken und beginnt so, die Beweggründe der beiden nachzuvollziehen. Das mag jetzt ein wenig langweilig klingen, ist es aber ganz und gar nicht. Die Tatsache, dass man die tatsächlichen 'aktiven' Handlungen relativ kurz zusammenfassen kann, fällt mir persönlich immer erst auf, nachdem ich das Buch fertig gelesen habe - was mich umso mehr darin bestärkt, dass die Beziehungen zwischen Wanda und Melanie, sowie jeweils zu Ian und Jared, sehr gut eingeflochten werden.

Der einzige kleine Negativpunkt ist das Ende, bei dem zwar noch einige Fragen offen bleiben (was meiner Meinung nach perfekt zur Geschichte passt), allerdings ein bisschen zu viel Wert auf 'Happy End-Stimmung' gelegt wurde.

Letztendlich würde ich das Buch also durchaus weiterempfehlen - auch denjenigen, die infolge des Twilight-Overkills lieber einen Bogen um Stephenie Meyer machen würden...