Heidi, Heidi - brauchst du zum Glücklichsein

Heidi - Vollständige Ausgabe. Erster und zweiter Teil. - Johanna Spyri

Die kleine Heidi, der Geißenpeter und der Alm-Öhi, Klara in ihrem Rollstuhl und das strenge Fräulein Rottenmeier: Jedes Kind kennt sie. Das Mädchen nimmt seine jungen Leserinnen und Leser mit in ihre Bergwelt und zu den Menschen dort. Johanna Spyri hat ihre Abenteuer in zwei berühmten Büchern geschildert, die in den Jahren 1880/81 erschienen. Sie erzählen die Geschichten von Heidis Erlebnissen in den Schweizer Bergen und bei der Familie Sesemann in Frankfurt. (Anaconda)

 

Mich hat wieder einmal so eine gewisse Laune ergriffen, mir ein paar der bekannten Kinder- und Jugendbuchklassiker zu Gemüte zu führen. Vielleicht kennt ihr das ja von euch selbst auch, aber was mich betrifft, so fällt mir oft auf, dass ich viele Geschichten nur aus dem Fernsehen kenne, mich aber noch nie näher mit dem Original beschäftigt habe. Nach ein wenig Recherche, womit ich denn nun am besten anfangen sollte, fiel die Wahl auf Heidi von Johanne Spyri.

Die Geschichte ist mir lediglich als Zeichentrickversion in Erinnerung und irgendwo in meinem Gedächtnis spukt auch noch eine diffuser Film mit echten Menschen herum. Frisch ans Werk hieß also, um einmal die 'wahre' Geschichte zu erkunden.

Was zunächst überdeutlich auffällt ist, dass die Erzählung aus dem Jahr 1880 stammt. Ich brauchte ein wenig Eingewöhnung, um mit der Tatsache klarzukommen, dass von Heidi durchweg als 'Es' die Rede ist. Das fällt schon bei der Überschrift 'Heidi kann brauchen, was es gelernt hat' auf. Aber das ist eben ein sprachlicher Umstand, welcher der Entstehungszeit des Buches geschuldet ist, und den man meiner Meinung nach einfach akzeptieren muss, um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen.

Die Handlung an sich ist natürlich für Kinder ausgelegt und das merkt man der ihr auch an. Das Leben auf der Alm ist immer Sommer immer 'so schön, so schön' und im selbst der entbehrungsreiche Winter hat seine schönen Seiten. Mir kam Heidi aus heutiger Sichtweise zunächst oft unfassbar naiv vor. Aber je länger ich las, desto eher bekam ich den Eindruck, dass es meh eine Art von kindlicher Unbeschwertheit ist, welche die Menschen dazu bringt, ihre eigenen Ansichten aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Heidi erfreut sich an allem und jedem, hilft stets wo Not am Mann (oder an der Großmutter) ist und weiß ihr Umfeld durch ihre ganz eigene Art zu erfreuen. Und obwohl es an vermeintlich spannender Handlung fast völlig fehlte, habe ich das Buch doch gerne gelesen, weil man diese Unbeschwertheit und den Glauben daran, dass am Ende schon alles gut wird, in dieser Art nicht oft liest.

Außerdem weiß ich jetzt nicht nur, warum der Alm-Öhi Alm-Öhi heißt, sondern auch wie man ihn schreibt.

 

Da dies meine letzte Rezension vor den Feiertagen ist, möchte ich euch ein wunderschönes Weihnachtsfest wünschen, das ihr hoffentlich mit allen Menschen verbringen könnt, die euch am Herzen liegen. Bis dahin kuschelt euch am besten in eine flauschige Decke ein, macht euch einen Becher heißen Kakao und lest ein gutes Buch. Frohe Weihnachten!